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seelenwelt's Tagebuch
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Februar 2012
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| Eintrag von seelenwelt
am 22.2.2012 |
Zeit zum Reden.
Irgendwie komme ich um ein Gespräch mit dem Herzbuben nicht mehr herum. Ich mache mir das Leben nur selbst schwer. Die Frage, was das jetzt mit uns ist, brennt mir zunehmend unter den Nägeln - allein deswegen, weil ich meine, dann auch mein Verhalten anders gestalten zu können. Zurzeit bin ich irgendwie die Coole, will nicht zu anhänglich erscheinen, ihm nicht das Gefühl geben, dass ich "mehr" will. Aus Angst, dass er es nicht will und ich dann blöd da stehe. Auch wenn mir der Gedanke an Beziehung irgendwie noch leichtes Magenziehen verursacht, muss ich doch ehrlich zugeben, dass ich mit was Festem besser umgehen könnte als mit was Unverbindlichem, was sich fest anfühlt und auch so aussieht. So Undefiniertes. Unklares. Schwammiges. Und damit Verunsicherndes. Und vorstellen kann ich mir ihn auch gut als Partner. Irgendwie. Wenn alles besser liefe, aber das, was nicht gut läuft, kommt von meinem eigenen inneren Druck, meinem Gedankenquark und meinen komischen wieder aufkeimenden innerlichen Grenzen. Aber solange ich meine, mich cool geben zu müssen, kann ich ja auch gar nicht authentisch sein, weil ich eben nicht cool bin. Sondern sensibel, empfindsam. Unsicher, aber willig, mir das anzusehen und daran zu arbeiten. Fakt ist: wenn ich an ihn denke und an viele gemeinsame Situationen, pflastert es mir ein Lächeln ins Gesicht.
Blöd ist dieser unklare Status auch, weil ich nach außen hin nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Wenn wir uns in der Öffentlichkeit bewegen - beim Einkaufen oder sonstwo - gibt es immer kleine Gesten und Berührungen, die uns als mehr-als-Freunde identifizieren ließen. Wir begrüßen und verabschieden uns in der Öffentlichkeit mit Kuss auf den Mund. Aber auf der Arbeit wirds dann schon wieder schwieriger. Wir haben gesagt, wir hängen das mit uns nicht an die große Glocke. Diese Verabredung ist aber nun auch schon 2 1/2 Monate her. Er kommt bei mir im Büro vorbei, wenn sich die Möglichkeit ergibt, und wir quatschen. Küssen uns hier aber nicht und geben uns auch sonst nicht zu erkennen. Initiiere ich das, weil ich aus Unsicherheit auf Abstand gehe oder gehts von uns beiden aus? Das kann ich gar nicht so genau sagen. Dass wir uns abends noch sehen könnten, noch telefonieren oder sonstwas ist jedenfalls nie ein so großes Geheimnis, dass er es flüsternd von sich geben würde. Könnte potentiell also auch einer mitbekommen. Und es kam nun auch schon vor, dass er mir morgens Grüße an Kollegen ausrichtete. Und ich mich fragte, wie ich antworten soll, wenn die mich fragen, wann ich ihn denn gesehen hätte, weil er ein paar Tage nicht hier im Büro war. Was sagt man dann? Bin heut früh aus seinem Bett gestiegen? Oder was Unverfängliches ausdenken? Das ist mir alles zu kompliziert gerade... Und vielleicht ist es total hausgemacht, weil er schon längst weiter ist. Wobei er mit einer Kollegin neulich auch eine Situation hatte, in der er wohl nicht so recht wusste, ob er nun sagen soll, dass er ne Freundin hat und ob sie wohl von uns weiß oder nicht. Also scheint da für ihn ja auch nicht alles klar zu sein. Wenn ich jetzt noch den Mut fände, mit ihm darüber zu sprechen... Wobei ich ganz gut den Bezug zu seiner Kolleginnen-Situation ziehen könnte - dass ich darüber nochmal nachgedacht habe und auch feststelle, dass es öfter mal Situationen (wie z.B. das Grüßen) gibt, in denen ich auch nicht so recht weiß und ob es nicht gut wäre, wenn wir das besprechen und klären. Puh.
Heute habe ich mich gegenüber einem Kollegen "geoutet", mit dem ich mich richtig gut verstehe und dem ich auch vertraue, dass er es nicht rumtratscht. Und er lachte sich kaputt, weil er wohl gerade vor ein paar Tagen mit dem Herzbuben zu tun hatte und sich dachte, dass wir beide doch wunderbar zusammenpassen würden und sich schon überlegt hatte, den Herzbuben auf mich anzusprechen. Der hat wohl irgendwelche Schwingungen aufgenommen :-) Er findet den Herzbuben total klasse - humormäßig, charakterlich, die Einstellung betreffend, gut erzogen (solche Manieren bin ich von Männern in meinem Alter gar nicht gewöhnt...) und so weiter. Also alles, was mir an ihm auch so gut gefällt. Mein Kollege hat mich jedenfalls nochmal schwer ermutigt, mit dem Herzbuben zu reden und zu versuchen, meine Unsicherheiten abzulegen. Also: los!
Samstag habe ich meinen Großvater besucht. Und als ich ihm von meinen Unsicherheiten den Herzbuben betreffend erzählte und von meinen Mutmaßungen, dass ich irgendwie auch noch wegen C. gehemmt bin - aus schlechtem Gewissen? weil ich immernoch nicht loslassen kann? - meinte mein Opa, man dürfe auf alten Haufen nicht sitzenbleiben. Irgendwann würden sie immer anfangen zu stinken. Ich hab so gelacht! Er hat recht - und es einfach nur so super auf den Punkt gebracht. Opas sind so weise und meiner für mich noch besonders klasse :-) Ich bin so glücklich darüber, dass es ihn noch gibt und er noch so fit ist. Ich hoffe, ich kann mit ihm noch viele Jahre lang alle meine Themen besprechen und mir seine Ratschläge einholen!
Von lyssa am 22.02.2012 - 14:41 Uhr ach süße, der erste absatz... der ist mir wie aus dem herzen geschrieben. ich versteh jedes deiner worte, jedes gefühl... wieso ist das alles so kompliziert? wo ist die leichtig hin, die vor ein paar jahren noch selbstverständlich war? vielleicht sollten wir beide den mut zusammennehmen und reden. was kann passieren? entweder sind wir unsagbar glücklich oder wir haben gewissheit und ersparen uns den gedankenquark. gibt doch eh nur die zwei möglichkeiten und trotzdem drücken wir uns davor *lol*
wünsch dir einen schönen tag!
*knutscher*
lyssa
Von sternenstaub am 23.02.2012 - 12:30 Uhr Kann mich Lyssa nur anschliessen...Hier - ich hab Dir ein großes Paket "Mut" vor die Tür gestellt.
Es ist letztlich doch verschwendete Zeit - das Denken, was wäre wenn, und wenn nicht....und was denkt er?....usw...
Wenn ihr so einen Draht zueinander habt, dass es sogar aussenstehende schon spüren, dann kann so viel nicht schief gehen oder?
Mein Mann und ich haben übrigens auch anfangs die gleiche Arbeitsstelle gehabt. Wir haben uns nüchtern verhalten. Obwohl es kein Geheimnis war, dass wir zusammen sind. Aber es war auch anstrengend. Wir hatten das Gefühl, als würden sich die Kollegen sehr genau überlegen, was sie zu uns sagen.... Leichter wurde es, als wir verschiedene Abteilungen hatten und noch leichter, als wir verschiedene Arbeitgeber hatten....aber das wird sich bei Euch mit der Zeit auch zeigen, wie ihr euch am besten fühlt :-)
Alles wird gut
:-)
gruß
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lilie Schon mehrere Sätze habe ich begonnen, u...
Glückstag heute Heute hab ich echt einen Glückstag gehab...
seelenwelt
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weiblich |
| Profil: Gegen Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Heilmittel: Hoffnung und Geduld. (Pythagoras)
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Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nutzen. (Kurt Tucholsky)
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Frauen lieben Vollzeit - Männer haben zwischendurch zu tun. (Autor leider unbekannt)
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