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seelenwelt's Tagebuch    


2011 122012 2   Januar 2012  
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Eintrag von seelenwelt am 30.1.2012

Tagebücher.


Auf meinem Dachboden stehen allerlei Kisten. Mit Dingen, die in mein WG-Zimmer einfach nicht mehr reinpassen und die ich auch nicht ständig brauche. Nun taten sich in meinen Schränken aber doch noch Lücken auf und weil ich eh noch das ein oder andere an Kleinkram suchte, habe ich eine ganze Kiste runtergeholt und ausgepackt. Darin waren unter anderem meine alten Tagebücher. Die ausgedruckten digitalen von 2006 und 2007. Und alle handgeschriebenen seit meiner frühen Jugend. Ich war mir gar nicht mehr so bewusst darüber, dass ich schon mit 12 oder 13 anfing, recht regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Ich schmökerte. Lachte über manche Einträge, Gedanken und ernstgemeinten Dramen Tränen. Erinnerte mich noch an manches. Aber längst nicht an alles. Und vor allem nicht an die Intensität, mit der ich mich wieder und wieder und in schwindelerregender Geschwindigkeit und Flexibilität in Jungs verliebte. Oft "liebte" ich mehrere gleichzeitig. Immer auf der Suche. Und auch wenn ich mich meist nicht traute, Initiative zu ergreifen und auch sonst schüchtern war, klingt aber - so meine ich - doch ein fast größeres Selbstbewusstsein durch, als ich es heute in mir trage.

Ich hatte das Gefühl, dass ich schon immer 'so' war. Aber wie es scheint, hat meine Beziehung zu M. da doch noch einiges an Spuren hinterlassen, noch einiges in mir zerstört. Vor allem die eine Sache, die er mir antat und die ich so blauäugig habe mit mir machen lassen, weil ich mir einredete, es ginge nicht anders und es würde mir ja auch nichts ausmachen. Freitag telefonierte ich mit meiner engen Freundin aus Vorher-Stadt. Über meine Zweifel, meine Unsicherheiten, alles, was mir die letzten Wochen so durch den Kopf ging, das Verkopft-Sein. Und sie riet mir, mir doch noch einmal therapeutische Hilfe zu suchen. Sie hat den Eindruck, dass aus der Zeit - auch wenn sie länger her ist - noch einiges unverarbeitet blieb und ich das alleine nicht hinbekomme. So oft müsse sie an das denken, was ich dir darüber erzählt hätte (sie ist neben meiner Thera einer von zwei Menschen, die davon wissen) und glaubt, dass ich daran einfach noch sehr zu knabbern hätte. Sie glaubt auch, es wäre gut, das dem Herzbuben zu erzählen. Aber das kann ich nicht. Das will ich nicht. C. habe ich auch nie davon erzählt. Und auch wenn ich glaube, dass der Herzbube das im Gegensatz zu C. noch irgendwie 'wegstecken' würde, es ihm im Umgang mit mir vermutlich nichts ausmachen würde, weiß ich, dass ich ein Problem damit hätte, zu wissen, dass er es weiß. Es mich nur noch zusätzlich hemmen würde, ich mich schämen würde. Noch dazu ist es für solche Offenbarungen bei uns noch viel zu früh. Irgendwann vielleicht - mit einem sehr großen VIELLEICHT. Trotzdem hat sie möglicherweise recht damit, dass es besser wäre, mir wieder jemanden zu suchen, der mit mir noch die letzten hartnäckigen Dinge in mir aufräumt. Ich bin schon so weit gekommen - aber da ist eben noch etwas. Und das schaffe ich glaube ich nicht aus eigener Kraft. Diese Sache. Und auch die Abgrenzung für einen normalen und gesunden Umgang mit meiner Ma. Die Dinge sind irgendwie eine Nummer zu groß für mich. Blockieren mich. Und werden es im schlimmsten Fall auch in Jahren noch tun. Also werde ich mich wieder auf die Suche nach einer Knotenlöserin machen. Auf ein Neues.


Kommentare


Von times am 30.01.2012 - 19:27 Uhr
Alte Tagebücher sind wahre Schätze!

Und dein anderes Thema... ich denke, schaden kann es sicherlich nichts. Und vielleicht bist du dann auch irgendwann soweit, darüber mit deinem Herzbuben zu reden. Oder für dich damit abzuschließen, dass es keine Rolle mehr spielt und es dann auch kein Problem ist, wenn es niemand weiß!

Alles Liebe und einen guten Wochenstart,
times

Von schlumpfi am 30.01.2012 - 20:41 Uhr
Alte Tagebücher finde ich eine Supersache!
Das ist unter anderem der Grund, weshalb ich mich teilweise fast "zwinge" etwas zu schreiben. Ist bestimmt lustig, in 30 Jahren die alten Tagebücher zu lesen und zu schauen, wie man sich verändert hat, ob man noch genau gleich ist.. oder sich einfach über oberflächliche Probleme, die damals "dramatisch" waren lustig zu machen :)

Grüsse,
Schlumpfi :)

Von missrobert am 31.01.2012 - 09:57 Uhr
Ich habe auch noch mein altes Tagebuch wo ich anfing mit 13 reinzuschreiben.
Größtenteils ist es total lustig das alles nochmal nachzulesen :)

lg

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