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seelenwelt's Tagebuch    


2012 12012 3   Februar 2012  
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Eintrag von seelenwelt am 6.2.2012

Durcheinander.


Die Tagebücher, die ich mit 13 oder 14 schrieb, waren eine recht amüsante Lektüre. Leider konnte ich die Finger auch nicht von den Tagebüchern der letzten Jahre lassen. Aus der Anfangszeit mit C. und auch von den "guten" Jahren unserer Beziehung. Da lese ich so viel Verliebtheit heraus. Später Liebe. Echte. Überzeugung. Angekommensein. Fortschritt. Zusammenwachsen. Ich bin unendlich traurig darüber, dass das alles keinen Bestand hatte. Vermisse, was bis zuletzt bei uns klappte. Das war nicht so viel, aber etwas, das mir so wichtig ist: körperliche Nähe. Schmusen. Festhalten. Festgehalten werden. Der Herzbube ist in der Hinsicht nicht so betont. Oder ist er es und ich rufe es nur nicht ab? Oft ertappe ich mich dabei, wie ich mich selbst kumpelhaft-distanziert gebe. Offen gestanden ist es meist er, der den Schritt auf mich zumacht. Mich küsst. Umarmt. Streichelt. Ich bin da eher zurückhaltend-abwartend. Obwohl ich seine Nähe sehr genieße. Dann sollte ich sie wohl auch öfter mal suchen. Ich bin im Moment so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich es ihm irgendwie nicht leicht mache...

Aber zurück zum Thema. Nachdem ich mich durch die Tagebücher so in diese alten Gefühle reingefühlt habe, sind meine Gedanken oft bei ihm. Habe von Freitag auf Samstag von ihm geträumt. Und trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, wieder mit ihm zusammen zu sein. Am Sonntag ist die Trennung genau ein halbes Jahr her. Einerseits erscheint mir das länger als es sich anfühlt - andererseits ist all das auch so meilenweit weg. Zeitgefühl ist etwas Seltsames. Genau wie diese alten Gefühle. Ich habe Sehnsucht danach und dann wieder doch nicht. Vielleicht ist es so, dass ich schon Sehnsucht nach dem habe, wie es sich damals für mich anfühlte. Aber ich bin eben nicht mehr dieselbe. Und weiß, dass ich nicht glücklich werden würde mit ihm. Am Samstag hatte seine Band einen großen Auftritt. Es tut schon noch weh, nicht mehr Teil von dem allen zu sein. Auf FB heute viele Fotos von dem Abend. So viele Menschen, die ich mag. Freunde von ihm, Familie. Ich gehöre nicht mehr dazu. Auch viele Fotos von ihm natürlich. Ich betrachte ihn seltsam distanziert. Wirkt er nicht irgendwie traurig? Ist das überhaupt wichtig für mich? Irgendwie schon. Ich ertappe mich dabei, wie ich mir wünsche, dass er noch nicht über mich hinweg ist. Weil das eine für mich verkratfbare Erklärung dafür ist, dass er sich einfach gar nicht mehr bei mir meldet. Sonst hieße es ja, dass ich ihn halt einfach nicht mehr interessiere. Auch nicht menschlich / freundschaftlich.

Und dann hielten mich gestern auch noch Gedanken an die 'Sache' wach. Seit 5 Jahren liegt diese Zeit nun hinter mir und ich dachte, ich habe mich damit arrangiert. Und jetzt bricht irgendwie alles auf. Zusammenhänge entstehen. Selbstliebe. Körpergefühl. Sich im Körper wohl und zu Hause fühlen. Mich mögen. Wie könnte ich? Da muss ja ein Widerstreit sein. Ich bin traurig. Verletzt. Es ist, als gäbe es einen Teil in mir, der mir nicht vergeben kann. Nicht verstehen kann und will, wie ich diese Dinge habe geschehen lassen können. Schmerz ist da. Wut. Und Unverständnis nicht nur in die eine sondern auch in die andere Richtung. Wie konnte da sowas wie Gefallen aufkommen? Wie kann es sein, dass es sich damals genauso anfühlte wie heute? Ist er eine Maschine? Wie kann er funktionieren, wenn da doch so viel Widerstreben ist? Die Seele schreit? Ich glaube, meine Freundin hat recht. Alleine bekomme ich das nicht hin. Und ich ärgere mich, dass sich das wie eine Niederlage anfühlt.


Kommentare


Von newbeginning am 06.02.2012 - 18:13 Uhr
Liebe seelenwelt, 
es ist verständlich, dass Dich all die Erinnerungen durcheinander gebracht haben. In letzter Zeit hattest Du vermutlich nur noch die "schlechten Erinnerungen" vor Augen, aber die Tagebücher haben Dir gezeigt, dass es - natürlich - auch gute Zeiten gab. Ich denke, Du vermisst mehr das Gefühl, dass Du damals gefühlt hast, als C. selbst. Denn wer sehnt sich nicht danach, glücklich zu sein. Vielleicht brauchst Du einfach noch ein wenig Zeit, um ohne all dieses Virwarr an die schönen Erinnerungen denken zu können. Aber dieser Zeitpunkt wird sicher kommen. 
Und was Deinen letzten Absatz angeht. Ich finde nicht, dass Du es als Niederlage sehen solltest! Ich finde es ist ein wichtiger und guter Schritt, wenn man merkt, dass man etwas alleine nicht schaffen kann. Und auch dieser Gedanke benötigt schon Mut. Also sieh es nicht als Niederlage!
Ich wünsche Dir einen angenehmen Start in die Woche. Lg

Von nyx am 06.02.2012 - 18:44 Uhr
Warum foltert man sich so gern mit seiner eigenen Vergangenheit? Ich merke für mich, je glücklicher in der Gegenwart bin, um so weniger spielt die Vergangenheit eine Rolle. Aber wehe irgendwelche Zweifel kommen in mir hoch. Ja, gehe mehr auf deinen Herzbuben zu. Und Leichen im eigenen Keller verschwinden nicht von allein. Manchmal hilft nur sie rauszuholen um abschliessen zu können. Aber ich versteh warum du das als Niederlage empfindest..... Aber sagt man nicht so schön, dass man jede Niederlage auch in einen Sieg umwandeln kann?
Alles Liebe
Nyx

Von blackmail am 10.02.2012 - 11:28 Uhr
hey süße,

wie haben eine neue wohnung gefunden :) 

wie geht's dir heute? und hast du am wochenende was schönes geplant?

schick dir ganz viel sonne.
lg

Von armada am 14.02.2012 - 19:46 Uhr


lieben gruß, meine liebe, parallele valentine

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Glückstag heute
Heute hab ich echt einen Glückstag gehab...



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